Werbung

Angefangen hat alles damit, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young keine ausreichenden Belege für ein Bankguthaben von 1,9 Milliarden Euro belegen konnte und endete mit einem Insolvenzantrag. Doch wie konnte alles so weit kommen? Ein Überblick.

Werbung

Wir schreiben den 18. Juni 2020. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young teilte mit, dass Nachweise von Bankguthaben auf Treuhandskonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar seien. Dabei handelte es sich unter anderem um Guthaben auf Konten der philippinischen Bank BDO Unibank. In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 22. Juni erklärte Wirecard, dass das Guthaben „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existieren“.

Der Kurs der Aktie, der zeitweise einen Wert von über 100 Euro, sank auf unter 2 Euro. Dies traf vor allem Kleinaktionäre besonders hart.

Rücktritt von Markus Braun

Markus Braun

Am 19. Juni trat der CEO und CTO Markus Braun, der seit Januar 2002 an der Spitze des Unternehmens war, zurück. Er stellte sich freiwillig nach einem erlassenen Haftbefehl am 22. Juni wegen Vortäuschung von Einnahmen und Marktmanipulation, wurde festgenommen und gegen eine Kaution in Höhe von 5 Millionen Euro am 23. Juni wieder freigelassen. Am 25. Juli stellte die Wirecard AG einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München.

Kritik an der BaFin und der Bilanzpolizei

Im Laufe des Skandals stand auch die Finanzaufsicht BaFin in der Kritik. Ein Wirecard-Whistleblower habe schon Ende Januar 2019 Material über Unregelmäßigkeiten berichtet. Die BaFin bestätigte dies.

Auch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung („Bilanzpolizei“) stand in der Kritik. Dem Verein, der zur Verhinderung von Bilanzskandalen gegründet wurde, hat die Bundesregierung den Vertrag, welcher noch bis 2021 läuft, gekündigt.

Quellen: